Das Zelt

Eine schon fast in Vergessenheit geratene Form, Urlaub zu machen, ist das Campen. Mit Campen ist hier nicht gemeint, sich auf deutschen Campingplätzen dauerhaft einzumieten, dort seinen Wohnwagen mit Vorzelt aufzustellen und ringsherum etwas Gartenähnliches anzulegen, das mit den Jahren einer Laube im Schrebergarten immer ähnlicher wird. Es ist auch nicht gemeint, mit dem Wohnmobil quer in Europa herum zu fahren und sich auf diversen Campingplätzen für eine gewisse Zeit niederzulassen. Die ursprünglichste Form des Campings ist (oder muss man sagen, war ?), irgendwo ein Zelt aufzuschlagen und in diesem seinen Urlaub zu verbringen. Noch vor etwa 30 Jahren war dies eine weit verbreitete Art, Urlaub zu machen. Heut sieht man Zelte nur noch gelegentlich und doch ist es ohne Zweifel eine der individuellsten Formen, die schönste Zeit des Jahres zu verbringen.

Zelte gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Formen. Die Vielfalt der verarbeiteten Materialien ist mit fortschreitenden technologischen Herstellungsverfahren fast unübersehbar geworden. Bestand das Zelt unserer Kindertage eigentlich nur aus einem Holzgestänge und der dazu gehörigen Leinenbespannung (immerhin schon imprägniert), wich das Holz dem Metall und dieses der Kohlefaser und die Bespannung besteht heutzutage aus hochtechnologischen Verbundmaterialien. Diese sind sowohl wasserundurchlässig als auch atmungsaktiv.

Im Gegensatz zu einem Wohnmobil hat ein Zelt den Vorteil, dass es in der Anschaffung ungleich günstiger ist. Auch größere Zelte passen in jeden Kofferraum eines PKW und die zugehörige Campingausrüstung ebenso. Mit dem PKW ist man ungleich beweglicher und kommt auch flott voran. Auch bei den Gebühren auf den Campingplätzen kommt man günstiger als mit einem Wohnmobil. Wenn man das Auto auch noch vor dem Gelände parken kann, macht sich das noch deutlicher bemerkbar.Nicht zuletzt ist man der Natur in einem Zelt ein ganzes Stück näher als in einem Wohnmobil oder gar in einem Ferienhaus. Nachts sind alle Geräusche rings umher zu hören. Sie es das Rascheln eines Mäuschens oder eines Igels im Gebüsch, die Geräusche des Windes oder des Regens. Nur die dünne Haut der Zeltbespannung trennt uns von der Natur. Die ersten Sonnenstrahlen nehmen wir unvermittelt wahr und ein Urlaub im Zelt ist ohne Frage eine der individuellsten Formen, die schönste Zeit des Jahres zu verbringen.